Tania Jacobis Thema ist immer der Mensch, sein eigentliches Wesen. Sie macht es sichtbar in Augenblicken, in Begegnungen mit dem Anderen, eben auch mit dem Tier. In ihren neuen großformatigen Bildern entwirft sie teils skurrile, teils verstörende Konstellationen, die den Betrachter und seine subjektive Wahrnehmung herausfordern. Tania Jacobi nutzt das Gegenständliche als Maske, um auf das aufmerksam zu machen, was dahinter verborgen liegt. Mit Oil-Sticks übersetzt sie den Strich der Kohlezeichnung in ihre Gemälde. Sie selbst bezeichnet diesen Stil als "Gezeichnete Malerei". Durch ihre Technik verbindet sie zeichnerische Linienführung und Farbwirkung der Malerei zu einem ganz eigenen, speziellen Ausdruck.

Tania Jacobi, geboren in Hamburg, Deutschland, suchte für ihre künstlerische Unabhängigkeit schon früh die Begegnung mit anderen Kulturen und Traditionen. Deshalb studierte sie Malerei in Sevilla, dann an der progressiven Art Students League in New York. Wo Kulturen und Künstler aus aller Welt zusammenkommen, war sie Schülerin von Robert Cenedella, dessen Lehrer und Mentor an der League George Grosz war. Das Zeichenhandwerk galt Grosz als die Grundlage überhaupt, um sich künstlerisch frei auszudrücken. Grosz benutzte den Ausspruch: "Die Linie existiert in der Natur nicht. Die Linie ist eine Erfindung des Menschen."

Von New York wechselte Tania Jacobi nach Antwerpen zur Koninklijke Academie voor Schoone Kunsten, um sich hier mit den Alten Meistern eingehender zu beschäftigen. Die Kenntnis der Kunstgeschichte, das genaue Studium der Techniken, der Motive, der Bildsprache, der Metaphern sind eine weitere Quelle, aus der sie für ihre Arbeit schöpft.

Als freie Malerin kehrte Tania Jacobi nach Nordamerika zurück und war Teil der internationalen Künstlerszene in Mexico City und in Los Angeles, zeigte ihre Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen. Verwurzelung in jahrhundertealten Mythen, die Auseinandersetzung mit harten gesellschaftlichen Gegensätzen und eine Unvoreingenommenheit, die große künstlerische Freiheit erlaubt, sind zentrale Erfahrungen in dieser Zeit. Nicht von ungefähr wurde nach 15 Jahren im Ausland Berlin, die Stadt der gebrochenen Traditionen, Tania Jacobis künstlerisches Domizil. Seitdem hat sie ihre Kunst auch in Deutschland in vielen Ausstellungen gezeigt unter anderem im Mönchehaus in Goslar. Darüber hinaus ist Tania Jacobi eine bei Publizisten und Politikern gefragte Portätistin. So setzte sie dem legendären Außenminister Hans-Dietrich Gensche ein künstlerisches Denkmal, porträtierte Sigmar Gabriel oder Wolfgang Schäuble ebenso wie den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet; und für das Magazin CICERO Winfried Kretschmann.

 

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